Archive for the 'Aural Architecture' Category

 

Eine Sound Studies-Analyse der Vuvuzela

Jun 16, 2010 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Popular Culture, Research, Sonic Fictions, Sound Studies

Jochen Bonz schreibt:


Wie das »lift-up-over-sounding« der Kaluli ist auch der WM-Soundscape durch eine Synchronizität, die nicht im Gleichklang ist, gekennzeichnet, dicht, textural, materiell, attackierend, nachebbend…: immer ähnlich klingend, aber nie gleich oder einheitlich.

[...]

Übertragen auf den WM-Soundscape: Was mit dem Vuvuzela-Sound nachdrücklich – im Medium Klang – in Erscheinung tritt, für uns, ist das afrikanische Publikum, die Gemeinschaft der dort eben nicht nur zuschauend Teilnehmenden. Der dort Anwesenden. Der Dortigen. Mit der Vuvuzela reklamieren sie für sich den Status eines Akteurs. Gerade so, wie man das in Europa von den Ultras sagen könnte, die ja auch gerade dadurch auf die Nerven gehen können, dass sie sich selbst feiern, indem sie ohne erkennbaren Bezug auf das Spiel agieren. Oft auch mit Gesängen, die zugleich so unbeweglich und dynamisch sind, wie der Vuvuzela-Soundtrack.


The Hamburg Manifesto against Gentrification

Oct 30, 2009 in Anthropology of Sound, Audio Branding, Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sound Studies, Web


Ein diskussionswürdiges Manifest, das sich ganz entschieden gegen die Denkweise und kulturelle Praxis des Stadt-Marketing wendet, die in den 2000er Jahren sich ausbreiteten:


Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen.

Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der >Wachsenden Stadt< gehören.

Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein.


Deutet sich hier eine Trendumkehr für die 2010er Jahre an?

Auch hin zu mehr sozialen und geminschaftlichen Aufgabe eines Urban Sound Planning?

Mehr: Not In Our Name, Marke Hamburg!


One Minute Soundsculpture

Oct 19, 2009 in Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sonic Fictions, Sound & Vision, Sound Art, Sound Studies, Web

By Daniel Franke:



(via Beautiful Decay)


Locative audio media: You mix when you move

Oct 01, 2009 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sonic Fictions, Sound & Vision, Sound Art, Sound Studies, Technology

Looping musical phrases are represented on a map as overlapping circular territories. As the vehicle approaches the center of a circle, the volume increases. In areas of the map where territories overlap the vehicle generates dynamic mixes of the overlapping musical phrases. By exploring a very large map of many overlapping territories the Beatmap creates complex, dynamic mash-ups.

The map can be explored on foot, by plane, boat, train, or automobile. In this footage the map is explored by car on the Bonneville Salt Flats, allowing the user to freely accelerate, swerve, and slam to a stop for optimum musical control of the instrument.



HAUSKLANG IM HAUS DER KULTUREN DER WELT 28.-30.8.2009

Aug 27, 2009 in Anthropology of Sound, Art, Aural Architecture, Event, Exhibition, Performance, Sound Art, Sound Studies, Symposion

Das Haus hat einen Klang. Dieser Klang ist nicht beliebig. Er ist spezifisch und gewachsen, geschichtlich und kulturell, physisch und architektonisch. Sie und ich, wir hören diesen Klang in unseren Körpern je anders. Das Haus klingt und widerhallt in unseren Körpern.

Das Haus der Kulturen der Welt bot seit dem Jahr 1989, seit seiner Wandlung von einer US-amerikanisch geprägten Kongresshalle aus 1957 zur seitherigen Bestimmung, vielen Klängen ein Haus. In den vergangenen zwanzig Jahren wurde der Bau – abseits humoristischer Verballhornung als schwangere Auster – zum Ort der Aufführung widerstrebender und charakteristischer Stilrichtungen dieser Jahre: ethnische Musiken, Klangkunst, experimentelle Performances, wie auch kurz- oder längerfristigere Moden und utopische Klangkonzepte – beispielhaft zwischen sogenannter Weltmusik und der westlichen Weltmusik des Techno und der Media Art. Die Architektur spielte immer mit.

Zum zwanzigsten Geburtstag des Hauses schlugen die Sound Studies der Universität der Künste Berlin vor, dieses Haus auf all diese auditiven Aspekte hin auszuhorchen und neu zu bespielen, zu besingen: das Haus zu spielen. Das Haus sollte zur Hörskulptur werden. Zwölf Künstlerinnen und Künstler des Masterstudienganges Sound Studies – Akustische Kommunikation entwickelten seit dem Frühjahr 2009 Arbeiten, die das Haus hörbar werden lassen:

Robert Schwarz und Emad Parandian untersuchten und ermöglichten somit etwa das Erleben von Echolokation; Anke Eckardt erkundete Potenziale vertikaler Klänge; Alexander Sieber und Julius Holtz verknüpften historische Dokumente mit dem Bau des Hauses – den Annie Goh wiederum in Sonic Fictions ausformulierte und Damian Rebgetz auf gesungenen Wegen durchquerte. Florian Goeschke ließ den Bau als Flughafen erkennbar werden, Jan Cziharz hüllte das Haus in Klänge von Zikaden und Grillen und Marco Montiel-Soto schließlich ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern eine geradezu weltweite Verschnaufpause. Anna Bäumer schließlich produzierte Radiosendungen, die geschlechtliche Transkulturalitäten zum Thema haben.

Programm: HAUSKLANG. Sound Studies im Haus der Kulturen der Welt

The Audile Room – RWTH & Klangbrücke Aachen 10. Juli 2009

Jul 08, 2009 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Event, Lecture, Research, Sound Studies, Symposion

Dr. Maya Gratier, Prof. Dr.-Ing. Malte Kob, Thierry Coduys, Prof. Dr. Pascal Amphoux, Raviv Ganchrow, Ing. M. Renzo Vitale, Dipl. Ing. Anne Kockelkorn, Dipl. Ing. Ludwig Heimbach:

Es gibt weder stumme Architektur noch gibt es eine stumme Stadt. Selbst wenn niemand diese Behauptung bestreiten würde, bedenken Architekten und Planer kaum die klangliche Dimension ihrer Werke. Klang durchbricht die klassischen Raumvorstellungen. Klang umhüllt unseren Körper, beeinflusst unser Befinden, bestimmt unsere Identität, kann Formen bilden und Grenzen erzeugen. Klang kann als dynamische Materie der Architektur betrachtet werden. Von der Psychologie zur Geografie, von der Biologie zur Stadtplanung, vom Tanz zur Architektur erschließen Forscher und Praktiker bei dieser internationalen und interdisziplinären Tagung die wesentliche Bedeutung unserer Klangumwelten. Im Verlauf eines abschließenden experimentellen Konzertes interpretieren Musiker die Notationen welche von Studenten im Rahmen von Klangspaziergängen angefertigt wurden.

HörMal! Klangwelten und Klangkörper von Mensch zu Stadt
Interdisziplinäre und internationale Tagung, RWTH & Klangbrücke Aachen, 9.-10. Juli 2009

Die Vorträge finden entweder auf Deutsch oder auf Englisch statt.

Alle sind willkommen, Architekten und nicht-Architekten, Musiker und nicht-Musiker, Spezialisten und Laien!


*


I am invited to hold the following lecture in english,
on the evening of friday 10th of july, 7pm:

The Audile Room:
Introduction to a
Historical Anthropology of Sound
in Architecture

pt.1: What is the Sound of A Building?
pt.2: The anthropological Hearing Perspective
pt.3: Aural Architecture
pt.4: The Audile Room

Peter Androschs Akustisches Manifest

Apr 30, 2009 in Anthropology of Sound, Audio Branding, Aural Architecture, Functional Sounds, Popular Culture

Es ist Zeit abzurechnen.

Huch? Welch Macho-Ton! Ich lese trotzdem weiter:

Und der Ort der Abrechnung ist hier.

Aha!?

Hier, auf dem Titelblatt von “Le Figaro”, wo vor 100 Jahren, am 20. Februar 1909, die Anbetung des Lärms, die Aufforderung zur Misshandlung unserer Körper, die Anleitung zur ewig währenden Folter durch Schall ihren Ausgang nahmen. Hier, wo sich Filippo Tommaso Marinetti mit dem Futuristischen Manifest über sich selbst erhob und in unglaublicher Hybris die Geißeln der grenzenlosen Maschinisierung, Motorisierung und Mobilität und mit ihr die Geißel der grenzenlosen Schallentwicklung und mit ihr den kollektiven Missbrauch unserer Körper verherrlichte und damit alles befeuerte, was unseren Vorfahren Unheil und Tod brachte und uns und unsere Kinder bis heute quält:
Lärm!
Lärm!
Lärm!

Am 20. Februar 2009 las ich diese Zeilen des sogenannten Akustische Manifestes erstmals in einer ganzseitigen Anzeige der FAZ.

Anfangs schien mir: Vielleicht ein anregender Ansatz? Vielleicht ein Weg, tatsächlich eine Aufmerksamkeit, eine Hörmerksamkeit, eine Hörsamkeit mit breiter Resonanz anzuregen, zumindest im deutschsprachigen, womöglich aber gar im ganzen europäischen Raum?

Die Aussagen dieses Manifestes benannten im Kern durchaus etwas Richtiges, vor allem die elf numerierten Paragraphen:

4. Parallele Wände, uniforme Materialien und Oberflächen erhöhen die Belastung des Gehörs und verringern Sprachverständlichkeit und Hörsamkeit. Kinder quälen sich in den Schulen, niedergedrückt von der Gewalttätigkeit der Klassenräume.

11. Wir wollen Bauten und Städte mit einem ausgewogenen Raumklang, mit einem reichen Frequenzspektrum. Wir brauchen Räume, in denen wir uns ins Gespräch vertiefen und konzentriert arbeiten und denken können.

Unerträglich aber war und ist der unglaublich altbackene, bauhausisch-anthroposophoide Oberlehrer-, Besserwisser-, Grantler- und Volkstribunen-Ton:

Neues Bauen heißt Hören!

Befreit den Menschen aus der Sklaverei kapitalistischer Bewegungsideologie!

Kinder wollen hören lernen, um sich und die Welt zu entdecken. Gründet eine neue Schule!

Ruhezeiten und Ruheräume müssen ein Menschenrecht sein!

Schluss damit!

Wir wollen keine durchvibrierten, hyperaktiven kleinen Monster als Kinder!

Weg damit! Wir sind Menschen, keine Zielgruppe.

Furchtbar. Seither las ich dann immer mehr von der Hörstadt Linz; aus Anlass der Europäischen Kulturhauptstadt Linz anno 2009 wurde ich geradezu zugespammt davon.

Was der Komponist Peter Androsch hier also höchst mutig und stolz, im Einzelnen sogar durchaus völlig korrekt und angemessen als Bedürfnisse formuliert hat, wird leider geschwächt durch den Ton.

Der Autor nutzt den Manierismus und Manifestismus der Avantgarden des XX. Jahrhunderts: Er stellt sich im übertragenen Sinne direkt vor mich, führt ein Megaphon an seinen Mund und brüllt mich an mit den Worten: »Weniger Lärm!!!«

Ich möchte einem Museum des Hörens, auch einer akustischen Stadtplanung in Linz allen Erfolg wünschen. Einer Predigt von höchster Kanzel herab kann ich mich aber kaum anschließen. Sie missachtet die Vielfalt ihrer Hörerinnen und Hörer.

Minimal in Noise

Apr 30, 2009 in Art, Aural Architecture, Link, Sound Art

Früher habe ich immer gern auf Langwelle das Frequenzrauschen zwischen den Sendern angehört und herumgemischt, oder die synthetische Tonfolge an der Grenze von UKW.

Dieser Mann mit hervorragenden Ohren, macht etwas, das finde ich fast so gut, ist aber auch noch etwas ganz anderes:

Lee Patterson Fieldrecordings, der von Minimal Music aus auf noise hingehört.

VI. Symposion Sound Studies: Aural City | Die hörsame Stadt

Apr 27, 2009 in Anthropology of Sound, Audio Branding, Aural Architecture, Functional Sounds, Sound Studies, Symposion


VI. Symposion Sound Studies:

Aural City | Die hörsame Stadt
HEARINGS 2009

VI. Symposion Sound Studies: Aural City | Die hörsame Stadt




Samstag 9. Mai 2009 | 14 – 20 Uhr

Ort: Aula im UdK Medienhaus
Grunewaldstr. 2-5
10820 Berlin-Schöneberg


Programm:

14 Uhr
Prof. Dr. Holger Schulze
(Sound Studies – Akustische Kommunikation, Universität der Künste Berlin):
Die hörsame Stadt.
Eine Einführung

14.30 Uhr
Prof. Dr. Stephen Barras
(Faculty of Design and Creative Practice, University of Canberra):
Fear and Greed, Boom and Crash.
A method for Designing Sonifications

16.30 Uhr
Prof. Dr. Thomas Düllo
(Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, Universität der Künste Berlin):
Urban Life Under Construction.
Urban Sound Branding zwischen Baustelle, Zwischennutzung und Partizipation

18.30 Uhr
Prof. Alex Arteaga
(Forschungsgruppe Auditive Architektur, Universität der Künste Berlin):
Auditive Architektur.
Erforschung und Gestaltung der Klangumwelt Ernst-Reuter-Platz




Aural City 2009

Mar 20, 2009 in Audio Branding, Aural Architecture, Functional Sounds, Research, Sound Studies

Sound Branding, Functional Sounds und Urban Sound Planning sind die Themen, die Aural City auch in diesem Jahr zur kostenlosen, EU-geförderten Weiterbildung anbietet. In zweiteiligen Workshops diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit renommierten Referenten aus Wissenschaft, Gestaltung, Architektur und Kunst Aspekte der Akustischen Markenkommunikation, Funktionale Klänge und Stadt(Klang)Planung. Ziel ist es, in den Workshops Ansätze für eigene klangorientierte Projekte im Unternehmen zu entwickeln.

Termine der Workshops: 24./25. April und 7./8. Mai 2009
Ort: Universität der Künste Berlin, Sound Studies, Lietzenburger Straße 45, 10789 Berlin-Wilmersdorf

Mehr Infos: www.auralcity.de

Bewerbungsschluss – 6. April 2009 Die Bewerbung erfolgt über das Online-Formular auf der Website mit einer Kurzvorstellung des Unternehmens und der Skizzierung eines aktuellen Projekts oder einer Projektidee aus dem Arbeitsalltag.

Ansprechpartner: Stefan Tenner

UPDATE: Aural City’s twittering!