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Three Conferences on Sound Studies

Feb 09, 2010 in Anthropology of Sound, Event, Link, Research, Sound Studies, Symposion


* 1st conference: February 11-13, 2010 in Siegen, Germany

Auditive Medienkulturen:

Methoden einer interdisziplinären Klangwissenschaft


Die mediatisierte Klangwelt, die uns umgibt, prägt nicht nur maßgeblich das persönliche Lebensgefühl, sondern der Umgang mit Klangobjekten bestimmt und verändert auch die Ordnungen und das Selbstverständnis kultureller Praxis. Wodurch aber zeichnen sich auditive Medienkulturen aus und wie lassen sie sich untersuchen?

Begreift man diese als ein komplexes Zusammenwirken soziokultureller, medientechnischer, epistemischer und ästhetischer Kontexte, die historisch gewachsen und kontingent sind, liegt es nahe, die wissenschaftliche Aufmerksamkeit vom Klang und dem Hören im Allgemeinen auf konkrete sozio-technische Konstellationen, Netzwerke und Praxen zu lenken, aus denen historische wie gegenwärtige auditive Medienkulturen emergieren. Im zweiten Teilbereich des Symposiums werden daher verschiedene methodische Ansätze zur Analyse von Klangkulturen vorgestellt und auf eine Reihe von Fallbeispielen angewendet.


* 2nd conference: February 14-17, 2010 in Austin/Texas

Discourses of Music, Sound, and Film:

A Meeting of Disciplines


Brief excerpt from the program:


Michel Chion:
Aspects of the Sensorial in Contemporary Cinema

Pedro P. Ferreira:
Applied Rhythm Technology in Electronic Dance Music:
The Sound-Movement Nexus

Marc Leman:
An Embodied Approach to Musical Signification

Paul Théberge:
Technology and Cinema:
Where Image, Music, and Sound Collide

Mark J. Butler:
Playing with Something that Runs:
Technology, Improvisation, and Composition

Neil Lerner:
The Cinematization of Video Game Music
An Archeology of Style from 1977–2007


* 3rd conference: September 23-25, 2010 in Aarhus, Denmark

Conference on Sound Studies:

Sound as Art – Sound in History – Sound as Culture – Sound in Theory


Cultural changes related to globalization and digital media have questioned traditional paradigms of vision containing notions of visual representation, semiotics, and a hermeneutics based on reading. Such changes suggest an auditive paradigm in which modes of interaction, mobile communications, and spatial and geographic fluidity lead to a renewed sense of orality and listening. In research this new paradigm is establishing itself as the interdisciplinary field of sound studies.

It draws on disciplines such as musicology, performance studies, art history, anthropology, cultural studies, urban studies, and histories of technology and media while influencing these disciplines with new modes of reflection on and examination of their respective methodologies and subsequent political effects.

The aim of the conference is to profile contemporary sound studies as an interdisciplinary field of studies and to contribute to the discussion and development of the auditive paradigm in general. Key concepts like ‘acoustemology’, ‘acoustic space’ or ‘sonic environment’ might be reflected upon and developed as well, both at a theoretical level and with regard to specific cultural, medial and aesthetic contexts.


Listening with eyes, seeing with ears.

Nov 24, 2009 in Link, Popular Culture, Sound & Vision, Sound Studies, Web


Listening with eyes, seeing with ears:

The Visual Music Archive is a non-institutional and highly subjective collection of inspirational works from the ever expanding field of Visual Music.


Heike Sperling, a researcher and professor for Digital Visual Media at the Institute for Music and Media at the University of Mjusic Düsseldorf set up this great online resource called the Visual Music Archive Go and indulge in it!


The Hamburg Manifesto against Gentrification

Oct 30, 2009 in Anthropology of Sound, Audio Branding, Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sound Studies, Web


Ein diskussionswürdiges Manifest, das sich ganz entschieden gegen die Denkweise und kulturelle Praxis des Stadt-Marketing wendet, die in den 2000er Jahren sich ausbreiteten:


Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen.

Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der >Wachsenden Stadt< gehören.

Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein.


Deutet sich hier eine Trendumkehr für die 2010er Jahre an?

Auch hin zu mehr sozialen und geminschaftlichen Aufgabe eines Urban Sound Planning?

Mehr: Not In Our Name, Marke Hamburg!


The History of the Amen Break

Oct 28, 2009 in Anthropology of Sound, Link, Popular Culture, Sound Art, Sound Studies, Web



One Minute Soundsculpture

Oct 19, 2009 in Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sonic Fictions, Sound & Vision, Sound Art, Sound Studies, Web

By Daniel Franke:



(via Beautiful Decay)


Locative audio media: You mix when you move

Oct 01, 2009 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Link, Popular Culture, Sonic Fictions, Sound & Vision, Sound Art, Sound Studies, Technology

Looping musical phrases are represented on a map as overlapping circular territories. As the vehicle approaches the center of a circle, the volume increases. In areas of the map where territories overlap the vehicle generates dynamic mixes of the overlapping musical phrases. By exploring a very large map of many overlapping territories the Beatmap creates complex, dynamic mash-ups.

The map can be explored on foot, by plane, boat, train, or automobile. In this footage the map is explored by car on the Bonneville Salt Flats, allowing the user to freely accelerate, swerve, and slam to a stop for optimum musical control of the instrument.



Hören mit dem Körper

Sep 28, 2009 in Anthropology of Sound, Essay, Link, Philosophy, Research, Sound Studies


Entgegen einer aural fixierten Annahme hören wir nicht nur mit den Ohren. Die Ohren sind — sinnesanthropologisch gehört — die wichtigsten Ausstülpungen der empfindsamen Haut, ihrer Behaarung, ihrer Knorpel und Knöchel, darin geschult die Druckwellen, die von Ereignissen durch die Luft übertragen werden, aufzunehmen und hineinzutragen in unseren Körper und unser Empfinden. Wir hören aber nicht nur mit den Ohren. Wir hören selbstverständlich mit all den Nerven, die von dort aus unseren Körper durchziehen. Vor allem aber hören wir mit unserem gesamten Körper, der ein empfindsames Organ ist — nichts anderes.

Anatomische Konzeptionen seit der Neuzeit haben uns — nicht zuletzt in Schulbüchern und vulgärmedizinischen Ratgebern — den Körper stets als ein fest gefügtes Modulsystem aus Organen und Nerven- bzw. Blutkanalbahnen gezeigt. Doch hat nicht zuletzt der Wissenschaftshistoriker Michel Serres darauf hingewiesen, dass diese Körperkonzeption den faktischen Erkenntnissen der Wissenschaften wie auch des Selbsterlebens zuwiderläuft. Unsere Körper sind weder Dampfmaschinen noch mechanische Uhren, weder Königreiche noch Elektronengehirne.

Unsere Körper sind zarte, gewachsene und weiterhin wachsende Gebilde, die empfänglich auf vielerlei Weisen auf Geschehnisse in ihrer nächsten Umgebung antworten können. Ich höre mit meinen Ohren, natürlich — doch ich empfinde Wirkungen von Klangereignissen auch an meinen Ellenbogen, in meiner Schädeldecke, meinem Kehlkopf, natürlich in meinem Bauch, auch in meinen Fußsohlen, Zehen, in den Lenden.


Quelle: Hören mit dem Körper. Zur Reauratisierung und Neuer Musik als Klangkunst, in: Neue Zeitschrift für Musik 170 (2009), H. 5, S. 18-21.


HAUSKLANG IM HAUS DER KULTUREN DER WELT 28.-30.8.2009

Aug 27, 2009 in Anthropology of Sound, Art, Aural Architecture, Event, Exhibition, Performance, Sound Art, Sound Studies, Symposion

Das Haus hat einen Klang. Dieser Klang ist nicht beliebig. Er ist spezifisch und gewachsen, geschichtlich und kulturell, physisch und architektonisch. Sie und ich, wir hören diesen Klang in unseren Körpern je anders. Das Haus klingt und widerhallt in unseren Körpern.

Das Haus der Kulturen der Welt bot seit dem Jahr 1989, seit seiner Wandlung von einer US-amerikanisch geprägten Kongresshalle aus 1957 zur seitherigen Bestimmung, vielen Klängen ein Haus. In den vergangenen zwanzig Jahren wurde der Bau - abseits humoristischer Verballhornung als schwangere Auster – zum Ort der Aufführung widerstrebender und charakteristischer Stilrichtungen dieser Jahre: ethnische Musiken, Klangkunst, experimentelle Performances, wie auch kurz- oder längerfristigere Moden und utopische Klangkonzepte - beispielhaft zwischen sogenannter Weltmusik und der westlichen Weltmusik des Techno und der Media Art. Die Architektur spielte immer mit.

Zum zwanzigsten Geburtstag des Hauses schlugen die Sound Studies der Universität der Künste Berlin vor, dieses Haus auf all diese auditiven Aspekte hin auszuhorchen und neu zu bespielen, zu besingen: das Haus zu spielen. Das Haus sollte zur Hörskulptur werden. Zwölf Künstlerinnen und Künstler des Masterstudienganges Sound Studies – Akustische Kommunikation entwickelten seit dem Frühjahr 2009 Arbeiten, die das Haus hörbar werden lassen:

Robert Schwarz und Emad Parandian untersuchten und ermöglichten somit etwa das Erleben von Echolokation; Anke Eckardt erkundete Potenziale vertikaler Klänge; Alexander Sieber und Julius Holtz verknüpften historische Dokumente mit dem Bau des Hauses – den Annie Goh wiederum in Sonic Fictions ausformulierte und Damian Rebgetz auf gesungenen Wegen durchquerte. Florian Goeschke ließ den Bau als Flughafen erkennbar werden, Jan Cziharz hüllte das Haus in Klänge von Zikaden und Grillen und Marco Montiel-Soto schließlich ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern eine geradezu weltweite Verschnaufpause. Anna Bäumer schließlich produzierte Radiosendungen, die geschlechtliche Transkulturalitäten zum Thema haben.

Programm: HAUSKLANG. Sound Studies im Haus der Kulturen der Welt

The Audile Room - RWTH & Klangbrücke Aachen 10. Juli 2009

Jul 08, 2009 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Event, Lecture, Research, Sound Studies, Symposion

Dr. Maya Gratier, Prof. Dr.-Ing. Malte Kob, Thierry Coduys, Prof. Dr. Pascal Amphoux, Raviv Ganchrow, Ing. M. Renzo Vitale, Dipl. Ing. Anne Kockelkorn, Dipl. Ing. Ludwig Heimbach:

Es gibt weder stumme Architektur noch gibt es eine stumme Stadt. Selbst wenn niemand diese Behauptung bestreiten würde, bedenken Architekten und Planer kaum die klangliche Dimension ihrer Werke. Klang durchbricht die klassischen Raumvorstellungen. Klang umhüllt unseren Körper, beeinflusst unser Befinden, bestimmt unsere Identität, kann Formen bilden und Grenzen erzeugen. Klang kann als dynamische Materie der Architektur betrachtet werden. Von der Psychologie zur Geografie, von der Biologie zur Stadtplanung, vom Tanz zur Architektur erschließen Forscher und Praktiker bei dieser internationalen und interdisziplinären Tagung die wesentliche Bedeutung unserer Klangumwelten. Im Verlauf eines abschließenden experimentellen Konzertes interpretieren Musiker die Notationen welche von Studenten im Rahmen von Klangspaziergängen angefertigt wurden.

HörMal! Klangwelten und Klangkörper von Mensch zu Stadt
Interdisziplinäre und internationale Tagung, RWTH & Klangbrücke Aachen, 9.-10. Juli 2009

Die Vorträge finden entweder auf Deutsch oder auf Englisch statt.

Alle sind willkommen, Architekten und nicht-Architekten, Musiker und nicht-Musiker, Spezialisten und Laien!


*


I am invited to hold the following lecture in english,
on the evening of friday 10th of july, 7pm:

The Audile Room:
Introduction to a
Historical Anthropology of Sound
in Architecture

pt.1: What is the Sound of A Building?
pt.2: The anthropological Hearing Perspective
pt.3: Aural Architecture
pt.4: The Audile Room

Ohrentropfen

Jul 07, 2009 in Anthropology of Sound, Essay, Philosophy, Research, Sonic Fictions, Sound Studies

Oder: Wie wir von Sounds durchdrungen werden:

Habe ich ueberhaupt einmal bewusst vor einem Aquarium gestanden? Ich habe diffuse Erinnerungen an fremde Wohnungen, an Bars und Fernsehbilder, Zeitungsbilder der Bueros von Bundeskanzlern und weltbeherrschungssuechtigen Konzernfuehrern. Das Aquarium stand fuer mich damals wohl ganz offensichtlich fuer eine andere, unerreichbare, erschreckend eindeutig geordnete und ganz klar machtbesessene, machtbesetzende, reiche Welt. Familien mit Firmensitz, Swimmingpool und Sauna, mit eigenen Bediensteten und Stehempfaengen, zu denen passte dann wohl auch ein Aquarium. In meinem Imaginarium jener Zeit. Es ist Statussymbol und genuiner Bestandteil buergerlicher Repraesentanz. Die Welt im eigenen Wohnzimmer: Globus – Aquarium – 5.1-Surround-Sound-Heimkino? Ueber die Zeit ist das symbolische Allmachtsinstrument deutlich beweglicher und welthaltiger geworden.

Mehr: Berliner Gazette