Metaphysik und Berufsbild
Apr 30, 2008 in Anthropology of Sound, Aural Architecture, Philosophy
Was mich nach dem gestrigen Vortrag von Andreas Oldörp nicht losgelassen hat, war die Sache mit dem Bild und dem Ton; genauer, der medialen Darstellung von Klanginstallationen, die auditiv und visuell wirken. Es ist nicht das erste Mal, dass bei “Klangkunst-Präsentationen” mehr zu sehen als zu hören ist.
Können wir etwa die Klangaufnahme einer Installation nicht genauso unbekümmert anhören, wie eine fotografische Aufnahme davon anzuschauen?
Dass ein 2-dimensionales Bild, die Wahrnehmung eines Raumes vor Ort nicht ersetzt ist selbstverständlich. Warum fällt diese Trennschärfe zwischen einer einfachen Stereo-Aufnahme und dem immersiven Hören im Originalraum anscheinend schwerer? Warum soll also eine Klangaufnahme nicht genauso als Ausschnitt und Fragment zu hören sein, wie eine Fotografie beispielsweise der Ecke eines Lichthofes?
Ich bin mir nicht klar, ob das nun eine subjektive Künstlerposition war, den Klang nur als Original zuzulassen, oder ob wir kulturell davon durchdrungen sind? Dass irgendwo da aus dem Orgelwerk oder sonstwo her, immer noch eine Stimme auf uns herabruft, die meint “Du sollst Dir kein Bildnis neben mir machen”! Und wir entsprechend unvermittelt ehrfürchtigen Abstand zum Heiligen Klang wahren.
Wie dem auch sei, vor allen Dingen ziehe ich daraus pragmatisch die Konsequenz, dass da draußen ganz sicher und unbedingt professionelle Klang- Wahr- und Aufnehmer gebraucht werden, die sich als klAngler neben die Fotografen gesellen. Ich sehe keinen Grund, warum nicht.
God bless you all.